Mantrailer

Beim Mantrailing handelt es sich um eine Personensuche nach dem Individualgeruch einer Person. Der Individualgeruch eines Menschen ist einzigartig und somit vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Der Hund kann die individuelle Geruchsspur einer vermissten Person über verschiedene Bodenarten - wie Vegetation oder Asphalt - verfolgen.

Mantrailer kommen zum Einsatz, wenn der letzte Aufenthaltsort der vermissten Person bekannt ist, nicht aber der Ort, an den sich die Person begeben hat. Mit Hilfe eines Geruchsartikels und dem zuletzt bekannten Aufenthaltsort der vermissten Person, kann der Mantrailer die individuelle Geruchsspur, die jeder Mensch hinterlässt, verfolgen. Diese Geruchsspur kann einige Tage alt sein und sich über mehrere Kilometer erstrecken. Ein Mantrailer kann die Geruchsspur von anderen Spuren unterscheiden und damit eindeutig identifizieren. Das bedeutet, dass Mantrailer gerade auch in belebten Ortschaften erfolgreich eingesetzt werden können.



Sollte der Mantrailer nicht in der Lage sein, den genauen Aufenthaltsort der vermissten Person zu ermitteln, so kann er trotzdem anderen Rettungskräften - wie Rettungshundeteams (für die Flächensuche), Suchmannschaften und Hubschraubern (mit Wärmebildkamera) - hilfreiche Informationen liefern. Das heißt: Selbst wenn die Spur (engl. trail) nicht bis zur vermissten Person verfolgt werden kann, besteht die Möglichkeit, die Laufrichtung der Person zu bestimmen und somit das weiter abzusuchende Gebiet exakter einzugrenzen.
Weiterhin kann ein Mantrailer durch eine so genannte Negativanzeige darauf hinweisen, dass sich die gesuchte Person aus dem Gebiet entfernt hat (z.B. in ein Verkehrsmittel eingestiegen ist) oder sich gar nicht erst in diesem Gebiet aufgehalten hat. Rettungshundeteams für die Flächensuche können mit Hilfe dieser Informationen gezielter eingesetzt werden. So werden die Stärken der verschiedenen Rettungshundeteams (insb. Flächensuche und Mantrailing) im Einsatz sinnvoll und effektiv miteinander kombiniert!


Die Ausbildung des Hundes zum Mantrailer ist sehr aufwendig. Das Training findet nicht nur in Feld und Wald statt, sondern auch in bewohnten Ortschaften. Aufgrund dessen muss der Hund auch mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Situationen bekannt gemacht werden. Der Hundeführer muss lernen, seinen Hund zu „lesen“, um im richtigen Moment Unterstützung zu geben, ohne den Hund bei seiner Arbeit zu stören.

Mantrailer sind eine hervorragende Bereicherung für die Arbeit einer Rettungshundestaffel, da sie ein zusätzliches Spektrum an örtlichen Begebenheiten abdecken können. Seit Anfang 2009 (nach Verabschiedung der Prüfungsordnung für Mantrailer im DRK) ist das Mantrailing offizieller Ausbildungsbestandteil der DRK RHS Altenkirchen.